Beruf/Berufung
Mit dem Diplom in der Tasche habe ich mich dann auf dem Arbeitsmarkt umgesehen und die eine oder andere Bewerbung geschrieben. Ich war und bin auch für’s europäische Ausland, insbesondere Frankreich, offen, allerdings wollte mich da bisher niemand.
Die Resonanz auf meine Bewerbungsschreiben war nicht so groß, dass Anja und ich uns zunächst noch einen Winterurlaub in Vent (Österreich) gönnten. Dort erreichte mich dann praktischerweise eine Einladung zum Vorstellungsgespräch nach München. Auf dem Rückweg sind wir also durch München gefahren und ich habe mein erstes Bewerbungsgespräch im Skipulli und in Jeans gehabt. Anja hat nach einer Stunde warten im Auto mal gefragt, ob es noch länger dauerte. Nach zwei Stunden gutem Gespräch, leckerem Kaffee und Keksen machten wir uns auf den Weg nach Bremen.
Erste Schritte im Berufsleben
Im Mai 1997 startete ich folglich meine berufliche Laufbahn als Softwareentwickler in einem Ingenieurbüro für Vermessung in München. Ich arbeitete mit an Navigationssystemen und Routenplannern für Laptops, digitalem Kartenmaterial und Vermessungssoftware für Computer Aided Design-Systeme. Alles in C++ und plattformübergreifend für Windows, Linux, Mac und IRIX.
Technisch war der Arbeitsplatz allerdings ein Rückschritt. 1991 hatte ich schon E-Mail und meine "RISC-Box" war deutlich besser ausgestattet als die Windows-Kiste im Büro. Auch war ich es gewohnt das damals neue(sic!) Internet zu nutzen, sowohl in der Uni also auch per Modem von zu Hause. Daher überredete ich meinen Chef diese Infrastruktur im Büro für alle zu schaffen. Mein Chef fand das eine gute Idee und schwups war ich mit einem Kollegen für den Netzwerkkram verantwortlich.
Im Bereich der Softwareentwicklung konnte ich ab 1998 hier auch Projekterfahrung als Leiter von kleinen und mittleren Entwicklerteams (bis zu 18 Entwickler) sammeln. Erste Erfahrungen mit Off-Shore-Entwicklung bekam ich, als wir versuchten die Entwicklung einer Geo-Bibliothek in Weißrussland entwickeln zulassen. Als Fazit sei gesagt: Unterschätze den Kommunikationsaufwand nicht!
Nach diesem ersten Schritt ins Berufsleben kamen natürlich noch ein paar mehr.
Big Blue braucht mich?
Ende 1999 bekamen wir neue Nachbarn. Das war in vielerlei Hinsicht sehr schön. Die Nachbarn hatten zwei frische Kinder wie wir, Jürgen ist IT Architekt und Bettina hat sich, wie meine Frau, entschieden, sich zu Haus um die Kids zu kümmern. Wir haben uns auf Anhieb verstanden.
Da meine Aufgaben im Ingenieurbüro zunehmend mehr zur Routine wurden und ich neue Herausforderungen suchte, empfahl Jürgen mir mich bei der IBM zu bewerben.
Mehr folgt…